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Warum ich den ESC 2026 in Wien boykottiere - Der ESC verliert seine Glaubwürdigkeit

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Es hätte ein Fest werden können. Meine Heimatstadt Wien als Bühne für eines der größten Musikereignisse der Welt. Glitzer, Vielfalt, Euphorie – all das, wofür der Eurovision Song Contest seit Jahrzehnten steht. Doch statt Vorfreude empfinde ich vor allem eines: Unbehagen. Und deshalb ziehe ich für mich eine klare Konsequenz – ich boykottiere den ESC 2026.


Ein Wettbewerb ohne klare Haltung

Der Eurovision Song Contest inszeniert sich gern als unpolitische Plattform. Musik soll verbinden, Grenzen überwinden, Menschen zusammenbringen. Ein schöner Gedanke – aber leider auch ein bequemer Vorwand. Denn die Realität sieht anders aus: Der ESC war noch nie wirklich unpolitisch. Länder treten gegeneinander an, nationale Interessen schwingen mit, und politische Botschaften sind oft subtil – oder auch ganz offen – Teil des Geschehens.


Umso problematischer ist es, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird.


Der Ausschluss Russlands – und was daraus folgt

Nach dem Angriff auf die Ukraine wurde Russland konsequent vom Wettbewerb ausgeschlossen. Eine Entscheidung, die viele als richtig und notwendig empfanden. Der ESC wollte damit ein Zeichen setzen: Aggression, Krieg und Völkerrechtsverletzungen haben auf dieser Bühne keinen Platz.


Doch genau hier beginnt die Doppelmoral.



Warum ich den ESC 2026 in Wien boykottiere


Israel darf teilnehmen – trotz massiver Kritik

Israel ist seit Jahren in militärische Konflikte verwickelt, die international höchst umstritten sind. Die Kritik an militärischem Vorgehen, an Menschenrechtsverletzungen und an der politischen Linie ist laut und kommt aus vielen Teilen der Welt. Und dennoch: Israel bleibt Teil des ESC.

Warum?


Wenn der Ausschluss Russlands mit moralischen Argumenten begründet wird, dann muss man sich zwangsläufig fragen, warum diese Maßstäbe nicht konsequent angewendet werden.


Entweder der ESC ist wirklich unpolitisch – dann hätte man Russland nicht ausschließen dürfen. Oder er bezieht klar Stellung – dann müsste man diese Haltung auch in anderen Fällen durchziehen.

Alles andere wirkt willkürlich.


Der ESC verliert seine Glaubwürdigkeit

Genau diese inkonsequente Linie untergräbt die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs. Es entsteht der Eindruck, dass Entscheidungen nicht auf klaren Prinzipien basieren, sondern auf politischem Druck, öffentlicher Meinung oder geopolitischen Interessen.


Für mich persönlich ist das nicht akzeptabel. Ich kann nicht ein Event feiern, das sich moralisch positioniert – aber nur dann, wenn es gerade ins Bild passt.



Warum ich den ESC 2026 in Wien boykottiere


Boykott als persönliches Zeichen

Mein Boykott ist kein Angriff auf Künstlerinnen und Künstler. Ganz im Gegenteil: Viele von ihnen stehen für genau die Werte, die der ESC eigentlich verkörpern sollte – Offenheit, Vielfalt und Frieden.


Aber genau deshalb kann ich nicht einfach zuschauen und so tun, als wäre alles in Ordnung.


Ein Boykott ist für mich ein stiller, aber klarer Protest. Ein Zeichen dafür, dass ich diese Form von Doppelmoral nicht unterstütze. Dass ich mir mehr Konsequenz wünsche. Mehr Ehrlichkeit. Mehr Rückgrat.


Wien verdient einen besseren ESC

Es schmerzt besonders, weil dieser ESC in Wien stattfindet. In einer Stadt, die für Kultur, Dialog und internationale Verständigung steht. Gerade hier hätte man die Chance gehabt, ein klares, glaubwürdiges Zeichen zu setzen.

Stattdessen bleibt ein schaler Beigeschmack.


Es geht um mehr als Musik

Am Ende geht es nicht nur um einen Wettbewerb. Es geht um Werte. Um Glaubwürdigkeit. Und um die Frage, ob wir bereit sind, Widersprüche einfach hinzunehmen – oder ob wir sie benennen.


Ich habe mich entschieden: Ich schaue nicht weg.

Und vielleicht stellst auch du dir die Frage, ob dir das alles wirklich egal ist.

 
 
 

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