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Pride-Monat – Zwischen echter Unterstützung und reiner Heuchelei

  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Der Juni steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr passiert etwas, das fast schon Tradition hat: Unternehmen entdecken den Regenbogen neu. Logos werden eingefärbt, Social-Media-Profile geschniegelt und Kampagnen plötzlich ganz offiziell auf „Vielfalt“ getrimmt.


Auf einmal sind sie alle da. Laut, bunt, sichtbar.


Und ich frage mich jedes Jahr dasselbe: Meint ihr das eigentlich ernst – oder ist das nur gut gemachtes Schauspiel?


Es gibt sie, keine Frage. Die Firmen und Organisationen, bei denen das nicht nur Fassade ist. Die Haltung zeigen, auch wenn keiner hinschaut. Wo queere Menschen nicht nur mitgemeint sind, sondern selbstverständlich dazugehören. Ohne großes Tamtam. Ohne Pride als Marketinghöhepunkt.



Pride-Monat – Zwischen echter Unterstützung und reiner Heuchelei


Aber dann gibt es diese andere Gruppe. Und die ist das eigentliche Problem.


Die, die im Juni Regenbogen posten – und im Alltag nichts davon übrig lassen.


Nach außen wird Vielfalt gefeiert. Intern werden schwule Kollegen zum Running Gag.


Nach außen heißt es: „Bei uns sind alle willkommen.“ Intern wird über Pronomen die Augen gerollt.


Nach außen das bunte Logo. Intern keine einzige offen queere Führungskraft.


Nach außen Herz-Emojis und Pride-Hashtags. Intern schweigt man, wenn dumme Sprüche fallen.



Pride-Monat – Zwischen echter Unterstützung und reiner Heuchelei


Und genau da hört es für mich auf.

Das ist keine Unterstützung. Das ist keine Haltung. Das ist Marketing.

Sauber verpackt, perfekt getimed und komplett risikofrei.


Ein Monat Regenbogen ersetzt keine Unternehmenskultur. Ein Post ersetzt keinen Anstand. Und ein gefärbtes Logo ersetzt ganz sicher keinen Respekt.


Was viele offenbar unterschätzen: Man merkt das. Sofort.

Gerade die Menschen, um die es angeblich geht, spüren sehr genau, ob sie wirklich gemeint sind – oder nur Teil einer hübschen Kampagne sind, die im Juli wieder verschwindet.


Und diese Art von Heuchelei hat einen Beigeschmack, der bleibt.

Weil sie so tut, als wäre alles gut. Während intern genau die Probleme weiterleben, über die man öffentlich so gern hinwegpostet.



Pride Monat Juni


Ganz ehrlich? Dann lasst es lieber.

Lasst den Regenbogen im Logo, wenn ihr ihn im Alltag nicht aushaltet. Spart euch die großen Worte, wenn ihr sie intern nicht tragen könnt. Und hört auf, euch im Pride-Monat Applaus abzuholen für Dinge, die ihr den Rest des Jahres nicht lebt.


Echte Unterstützung ist nicht laut. Sie ist konsequent.

Sie zeigt sich nicht im Juni, sondern im Alltag: Wenn niemand zum Witz wird. Wenn niemand sich erklären muss. Wenn jemand den Mund aufmacht – und nicht alleine dasteht.


Alles andere ist keine Toleranz.


Es ist Heuchelei in bunt.

 
 
 

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